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Diese Internet-Seite dient der allgemeinen Information über die Geschichte
der jüdischen Sonderkommandos im nationalsozialistischen Konzentrations-
und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau/ Ostoberschlesien in den Jahren 1942-1945.
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Emblem:
Hintergrundinformationen
Das Emblem und die darin verwendeten Symbole stehen in keinster Weise, weder
ausdrücklich noch stillschweigend, in irgendeinem Zusammenhang mit Logos
oder Kennzeichen militärischer oder krimineller Vereinigungen aus der Gegenwart
oder Vergangenheit. Das Emblem steht zudem in keiner Verbindung mit religiösen
Organisationen, Sekten, weltanschaulichen oder politischen Bewegungen, Sport-
oder Freizeitclubs.
Das Emblem symbolisiert die grauenvolle Zwangsarbeit der isolierten Häftlingsarbeitskommandos,
die von der SS auf dem Gelände der Massenvernichtung und der Massengräber
im KL Auschwitz-Birkenau in den Jahren 1942-1945 als selbst zum Tode bestimmte
Geheimnisträger eingesetzt wurden. Diese besonderen und unglückseligen
Häftlingsarbeitskommandos wurden von der SS als "Sonderkommando"
bezeichnet ( Vgl. den Artikel "Zum Begriff Sonderkommando und verwandten
Bezeichnungen" in der Rubrik Forschung).
Weder das Emblem noch der Begriff "Sonderkommando" sind in diesem
Zusammenhang auf den vorliegenden und gegenständlichen Internetseiten mit
Todeskommandos oder Einsatzgruppen, die Verbrechen verübt haben oder in
polizeilichen Diensten gestanden haben oder noch gegenwärtig stehen, in
Verbindung zu bringen. Jegliche Versuche, einen Zusammenhang dieser oder ähnlicher
Art herzustellen, verstoßen gegen das Andenken verstorbener Opfer und
erfüllen den Tatbestand der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener (vgl.
§ 189 StGB) oder der Beleidigung noch lebender ehemaliger Häftlinge
der jüdischen Sonderkommandos von Auschwitz-Birkenau (vgl. § 185 StGB).
Die Unabhängige Arbeitsstelle zur Erforschung der Geschichte der jüdischen
Sonderkommandos im KL Auschwitz-Birkenau distanziert sich von jeglichen Versuchen,
mit oder ohne ihr Wissen Zusammenhänge dieser Art zu konstruieren. Beachten
Sie bitte diesbezüglich auch die § 130 und 194 StGB sowie das Urteil
des BGH, Az: 1 StR 184/00 vom 12.12.2000. Bei Hinweisen auf Verstösse genannter
Art wenden Sie sich bitte an den Herausgeber oder an das Bundesamt für
Verfassungsschutz, Merianstraße 100, 50765 Köln (www.verfassungsschutz.de).
Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass das Emblem weder ein offizielles
noch ein inoffizielles Kennzeichen der jüdischen Sonderkommandos im KL
Auschwitz gewesen ist und weder von ehemaligen Häftlingen noch von SS-Angehörigen
entwickelt wurde. Der erste Entwurf des Emblems ist auf das Jahr 2002 zu datieren,
die computergrafische Umsetzung erfolgte 2003.
- Der Totenkopf symbolisiert die Arbeit mit Leichen und die alltägliche
Begegnung mit dem Tod in Auschwitz-Birkenau. Der Totenkopf steht aber auch
als Symbol für das zum Tode bestimmte Häftlingsarbeitskommando,
in dem die Sonderkommando-Häftlinge als Geheimnisträger ihre tragische
und leidvolle Zwangsarbeit verrichten mussten.
- Die Schaufel symbolisiert das frühe Begrabungskommando in Birkenau,
das mit dem Sonderkommando vereinigt wurde. Bis September 1942 wurden die
Lagertoten des KGL Birkenau und die Vergasungsopfer der Birkenauer Massenvernichtungsaktionen
am Rande des ehemaligen Dorfes Brzezinka in Massengräbern verscharrt.
Die Schaufel soll folglich an die Frühgeschichte der jüdischen Sonderkommandos
erinnern und die Entwicklungsgeschichte des Sonderkommandos vergegenwärtigen.
- Der Davidstern (Magen Dawid) über der Schaufel steht für die
Tatsache, dass die Mehrheit der in den Birkenauer Massengräbern verscharrten
Leichen aus jüdischen Opfern bestand. Ihrem Schicksal, das auch die pietätslose
Exhumierung und anschließende Einäscherung betrifft, soll damit
angemessen gedacht werden.
- Die Ofengabel symbolisiert die grauenvolle und anstrengende Tätigkeit
der Heizer im Sonderkommando, die an den Verbrennungsöfen der Erfurter
Firma Topf & Söhne ihre Zwangsarbeit verrichten mussten sowie die
Leidensgeschichte der Sonderkommando-Häftlinge in den Hochleistungs-Krematorien
von Auschwitz-Birkenau. Diese Ofengabel war ein Werkzeug jener Häftlinge,
die selbst als Werkzeug für die unliebsamen Arbeiten der SS mißbraucht
wurden und von der SS mit ihrer Arbeitskraft für die perfiden nationalsozialistischen
Vernichtungspläne ausgebeutet wurden.
- Die Flamme über der Ofengabel symbolisiert die tägliche Zwangsarbeit
an den Verbrennungsgruben und Krematoriumsöfen in Auschwitz-Birkenau.
Zwischen September 1942 und März 1943 wurden die Leicheneinäscherungen
in Birkenau ausschließlich in Verbrennungsgruben vorgenommen. Zudem
wurden zeitweise noch bis Ende August 1944 Verbrennungsgruben genutzt. Die
Flamme steht nicht nur für das Feuer und den infernalischen Anblick,
dem die Häftlinge ausgesetzt waren, sondern auch für die alles verzehrende
und unheilvolle Kraft des alltäglichen Grauens, die die Häftlinge
schlichtweg seelisch verbrannte. Sie steht für die innere und äußere
Zerstörung der Lebenden und der Toten und erinnert zugleich an eine Träne,
die als Symbol für Schmerz und Trauer gilt. Die Träne symbolisiert
die Angst und den Schmerz der Opfer aber auch die tiefe und herzzerreissende
Trauer der Augenzeugen des Massenmords, obwohl sie ihren eigenen Aussagen
zufolge meist tränenlos "weinten".
- Der Kreis symbolisiert das isolierte und schicksalsverbundene Häftlingsarbeitskommando,
das die darin Befindlichen zu selbst der Vernichtung vorbestimmten Gefangenen
kennzeichnete. Bei den Sonderkommando-Häftlingen handelte es sich um
einen Kreis von Geheimnisträgern, um die einzigen Augenzeugen, die die
Massenvernichtung der europäischen Juden in den Krematorien und Gaskammern
von Auschwitz-Birkenau mit eigenen Augen miterleben mussten. Der Kreis ist
auch ein Vergrößerungsglas der Erinnerung, das die traumatischen
Erlebnisse der letzten Augenzeugen aufzeigt, ein Instrument, das die selbst
erblickten Bilder des Grauens in das Gedächtnis der Überlebenden
eingebrannt hat.
- Der schwarze Hintergrund symbolisiert die das Sonderkommando umhüllende
Dunkelheit im Herzen der Finsternis sowie die den einzelnen Häftling
ergreifende Leere und Abstumpfung angesichts des allgegenwärtigen und
furchtbaren Todes. Schwarz waren auch die Gedanken der hoffnungslos verlorenen
Häftlinge, die an keine Zukunft mehr glaubten sondern sich nur an ihre
bemitleidenswerte Gegenwart klammerten. Bemerkenswerterweise bezeichnete der
ehemalige Sonderkommando-Häftling Jaacov Gabai seine Tätigkeit als
"schwarze Arbeit des Holocaust".
- Der graue Hintergrund symbolisiert die Asche der ermordeten und verbrannten
Menschen. Grau waren nicht nur die Überreste der anonymen Opfer, der
Verwandten, Freunde und Bekannten sowie Kameraden der Sonderkommando-Häftlinge,
sondern grau war auch der Rauch aus den Verbrennungsgruben, Scheiterhaufen
und Krematoriumskaminen, oder um mit Paul Celan (1920-1970) zu sprechen: "Dein
aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt
man nicht eng".
(Letzte Änderung: 27.01.2003)
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